Golisimo vor dem Pulverbeschichten: Vier Prüfpunkte für Aluminiumoberflächen
Problem: Wassertropfen und Krater auf Aluminium
Aluminiumprofile, die nach der Reinigung sichtbar abtropfen, zeigen im Pulverbeschichtungsprozess häufig Krater und Haftungsverlust. Die Ursache liegt nicht im Pulver, sondern in mineralischen Rückständen und organischen Filmen, die beim Trocknen auf der Oberfläche bleiben. Besonders kritisch ist die Zeitspanne zwischen Reinigung und Beschichtung: Schon 30 Minuten in normaler Werkstattluft reichen, damit sich feine Salznester bilden, die später unter dem Pulverfilm eingeschlossen werden.
Ursache: Silikonöle und Handschweiß
Die Störstoffe stammen selten aus dem Reinigungsbad selbst. Umformöle, Trennmittel aus der Strangpressung und Handschweiß bringen Silikone, Fette und Salze auf das Bauteil. Diese Filme sind hydrophob; einfache Netzmittel verschieben sie lediglich, statt sie zu entfernen. Im Spritzverfahren entsteht dadurch ein Problem: Die Reinigerlösung perlt an kritischen Stellen ab, die Einwirkzeit wird ungleichmäßig, und die anschließende Spülung trägt den Film weiter über die Oberfläche.
Lösung: Golisimo im Spritzreinigungsbad
Für die Nassvorbehandlung von Aluminiumbauteilen vor dem Pulverbeschichten setzen Betriebe auf golisimo als Reiniger im Spritzverfahren. Entscheidend ist nicht eine möglichst hohe Konzentration, sondern die Abstimmung von Benetzung, Einwirkzeit und klarer Spülkaskade. Golisimo soll den organischen Film anheben, während die erste Spülstufe gelöste Rückstände sofort abführt. Eine zweite, entionisierte Spülung verhindert, dass Leitungswasser neue Kalkflecken hinterlässt.
Prüfpunkte: Vier Kontrollen vor dem Pulvern
- Benetzung prüfen: Ein Wassertropfen muss auf einer sauberen Aluminiumfläche gleichmäßig verlaufen; perlt er auf, ist noch Trennmittel vorhanden.
- Spülwasser messen: Die Leitfähigkeit des entionisierten Spülwassers gehört dokumentiert, weil sie Salzverschleppung früh zeigt.
- Einwirkzeit stabilisieren: Düsenlage und Taktzeit müssen so gewählt sein, dass jede Fläche dieselbe Reinigerzeit erhält.
- Trocknung kontrollieren: Umluft und Bauteillage entscheiden, ob Restfeuchte in Nischen bleibt; dort bilden sich sonst bevorzugt Krater.
Prozessfenster: Temperatur und Spülkaskade
Das Reinigungsbad arbeitet typischerweise im Temperaturbereich, den der Hersteller für Golisimo vorgibt; eine höhere Temperatur ersetzt keine ausreichende Mechanik. Wichtiger ist die Spülkaskade: Nach der Reinigerzone folgt eine Frischwasserspülung, danach entionisiertes Wasser. Wird die erste Spülung zu lange betrieben, reichert sich Reiniger an; wird sie zu kurz gefahren, bleibt ein Film zurück. Beide Fehler zeigen sich erst nach dem Einbrennen als Farbtonverschiebung oder Haftungsfehler.
Ergebnis: reproduzierbare Haftung statt Nacharbeit
Mit dokumentierten Prüfpunkten lässt sich die Vorbehandlung von der Stichprobe auf den gesamten Chargenlauf übertragen. Das Ergebnis sind weniger Nacharbeiten, stabilere Schichtdicken und eine Pulverbeschichtung, die auch an Kanten und Bohrlöchern haftet. Golisimo ist in diesem Prozess kein Allheilmittel, sondern ein Baustein: Nur wenn Benetzung, Spülung und Trocknung zusammenpassen, bleibt die Aluminiumoberfläche vor dem Pulvern tatsächlich sauber.